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04. 11. 2009 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Google China gesteht Einscannen von Büchern

Google Vertreter haben gestern zugegeben, dass das Unternehmen mehr als 20.000 Bücher digitalisiert habe, die unter chinesischem Urheberrecht stehen.

Der weltweit größte Suchmaschinenbetreiber ist derzeit in Verhandlungen mit Chinas Regulierungsbehörde zum Schutz des Urheberrechts. Google wird beschuldigt, ohne Erlaubnis der Autoren Bücher für seine Online-Bibliothek eingescannt zu haben.

"Sie sagten, dass einige der eingescannten chinesischen Bücher aus US-Bibliotheken stammten und zumindest teilweise für den öffentlichen Gebrauch freigegeben seien", sagte Zhang Hongbo, stellvertretender Direktor der China Written Works Copyright Society (CWWCS), die Chinas Urheberrechte für Bücher verwaltet. "Sie haben jedoch auch zugegeben, dass mindestens 20.000 Bücher unter dem Schutz des chinesischen Urheberrechts stehen."

Zu Monatsbeginn sagten CWWCS Vertreter, dass mindestens 18.000 Bücher von 570 chinesischen Schriftstellern von Google eingescannt worden seien, ohne dass die Autoren davon unterrichtet oder gar bezahlt worden wären.

Zhang sagte gegenüber China Daily, er habe mit Erik Hartmann, Geschäftsführer der Google Books im asiatisch-pazifischen Raum bereits ein Zeitfenster für die Lösung des Problems festgelegt.

"Google Books wird uns am 16. November eine komplette Liste der eingescannten chinesischen Bücher übergeben", sagte Zhang.

Google hat seit dem Jahr 2004 Millionen Bücher, die unter US-amerikanischen Copyright stehen, eingescannt. Das Unternehmen befindet sich derzeit kurz vor einer Einigung mit zwei US-Organisationen zur Verwaltung von Urheberrechten, die wegen Urheberrechtsverletzungen geklagt hatten.

Google war damit einverstanden, den Autoren 60 US-Dollar (41 Euro) pro Buch und 63 Prozent der Online-Einnahmen zu zahlen. Hartmann hatte vorher zu Journalisten gesagt, Google hoffe, dass China nicht in Berufung gehe.

Zhang sagte hierzu, das hänge vom Resultat der Verhandlungen ab.

"Wir erwarten immer noch, dass sie die Rechtsverletzung zugeben und sich entschuldigen. Darum sind sie gestern herum gekommen", sagte Zhang. "Wir wollen aber auch nicht vor Gericht gehen. Es kostet zuviel Zeit und Geld, diese Art von internationalem Gerichtsverfahren durchzuführen."

Die CWWCS hatte zuvor klargestellt, dass China die Regelung in den USA nicht akzeptieren werde und eine auf China zugeschnittene Lösung erwarte.

Eine Google Sprecherin sagte der New York Times: "Wir sind der Ansicht, dass wir nach internationalem Urheberrecht keine Rechte verletzt haben. Die Textgrößen, die wir zeigen sind sehr klein, sie dienen nur der Information."

Mehr als 50 Autoren haben Protestbriefe an Google geschickt und eine Entschuldigung sowie Ausgleichszahlungen gefordert.

Quelle: China Daily

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