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23. 10. 2009 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Copyright-Streit

Auch chinesische Buchautoren protestieren gegen Google Books

Nach Protesten von Autoren- und Verlegerverbänden aus Europa und den USA sind nun auch chinesische Autoren mit der Abfindung nicht zufrieden, welche ihnen Google für die Digitalierung ihrer Werke anbietet.

Nach einem Bericht der "China Daily" wirft die China Written Works Copyright Society (CWWCS) dem Internetdienstleiter Google vor, rund 18.000 Bücher chinesischer Autoren eingescannt und in digitaler Form zur Verfügung gestellt zu haben. Der Großteil der Schriftsteller sei nicht darüber informiert gewesen und auch nicht entschädigt worden. Durch die Digitalisierung seien die Urheberrechte von mindestens 570 chinesischen Autoren verletzt worden. Der Copyright-Verband ruft nun alle Schriftsteller des Landes dazu auf, vor der nächsten Anhörung zur Google Book Abfindung am 9. November gegen die Vereinbarung Einspruch zu erheben. Betroffenen Schriftstellern wurde Unterstützung bei einem möglichen Rechtsstreit zugesagt.

In einem Statement von Google, welches auch an die China Daily geschickt wurde, betonte der Suchmaschinengigant, dass seine Abfindungen auf die USA beschränkt seien, da diese nach dem US-Recht nur für die USA vorgeschrieben seien und nur US-Leser von der Dienstleistung profitieren würden. Aber die Firma betonte zugleich, dass sie sorgfältig zuhören und hart daran arbeiten würde, sich der Sorgen der chinesischen Copyright-Verbände anzunehmen. Das Statement wiederholte das erklärte Ziel von Google Books, nämlich: "Millionen von Büchern, die kaum noch zu finden sind oder die nicht mehr verlegt werden, ein neues Leben einzuhauchen."

Zhang Hongbo, der stellvertretende Generaldirektor widerspricht dem und sagt, dass die Antwort von Google weder klar noch befriedigend sei. "Erstens haben sie ihre Copyright-Verletzungen nicht zugegeben", sagte Zhang. Außerdem seien auch seltene Bücher unter Copyright-Schutz, ganz zu schweigen von populären Büchern. Zhang verlangt eine Entschuldigung und fordert Google auf, einen formalen Verhandlungspartner zu schicken, "um die Frage nach der spezifischen Kompensation mit chinesischen Autoren zu besprechen."

In den USA bietet Google den US-Autoren pro gescanntes Buch einen Pauschalpreis von 60 Dollar plus 63 Prozent der Werbeeinnahmen durch das Onlinelesen an. Der chinesische Copyright-Verband hat bereits signalisiert, dass die chinesischen Autoren nicht bereit seien, ein solches Angebot anzunehmen. Trotzdem hat Reuters gestern berichtet, dass Google nach eigenen Angaben inzwischen bereits die Erlaubnis von über 50 chinesischen Verlagen bekommen hat, insgesamt mehr als 30.000 Bücher zu digitalisieren.

Quelle: China Daily

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