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China über "ausspionierte" Eröffnungszeremonie verärgert

german.china.org.cn          Datum: 01. 08. 2008

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Ein Vertreter des Organisationskomitees der Olympischen Spiele in Beijing erklärte, er sei "enttäuscht", dass ein südkoreanischer Fernsehsender einige Ausschnitte von einer Probe der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele in Beijing veröffentlicht habe.

"Wir sind enttäuscht, dass sie das getan haben, aber die Ausschnitte geben dem Publikum keinen vollständigen Eindruck von der Eröffnungszeremonie", erklärte Sun Weide, ein für Öffentlichkeitsarbeit zuständiger Mitarbeiter des Organisationskomitees der Olympischen Spiele in Beijing.

"Lasst uns auf die wundervollen Vorführungen bei der Eröffnung der Spiele am 8. August warten", sagte Sun auf einer Pressekonferenz.

Die dreieinhalb Stunden lange Eröffnungszeremonie wurde von dem international ausgezeichneten Filmregisseur Zhang Yimou erdacht und bisher streng geheim gehalten, bis die südkoreanische Fernsehstation SBS einige Ausschnitte eines Videos mit Aufnahmen einer Probe veröffentlichte. Unter den veröffentlichten Ausschnitten befinden sich Szenen, die die Vergangenheit und die Zukunft der chinesischen Kultur darstellen sowie das Aufrollen eines gewaltigen Objekts, das an einen Teppich erinnert.

"Wir überprüfen die Angelegenheit noch", erklärte Sun auf die Frage eines australischen Journalisten, ob die beteiligten südkoreanischen Journalisten bestraft werden würde.

Fotografen, die Fotos von den Proben machen und diese veröffentlichen, müssten mit gerichtlichen Schritten und dem Entzug der Akkreditierung für die Olympischen Spiele rechnen, erklärte einige ungenannte Quellen aus dem Umfeld des Internationalen Olympischen Komitees.

Die aus führenden Künstlern bestehende Gruppe um Zhang Yimou hat sich drei Jahre lang auf die Eröffnungszeremonie vorbereitet. Die Chinesen erwarten, dass der Welt im Rahmen der Zeremonie die Essenz der reichen chinesischen Kultur, ihr Konzept und ihre Vision vorgestellt werden.

Chinas Internetbenutzer verurteilen SBS

Chinas Internetnutzer sind wütend über die Veröffentlichung der Ausschnitte einer Kostümprobe der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele in Beijing.

Im Internet zirkuliert gegenwärtig ein Videoclip, der einen kurzen Bericht des südkoreanischen Fernsehsenders SBS zeigt, der am Dienstagabend ausgestrahlt wurde, 10 Tage vor Eröffnung der Spiele. In dem Bericht sind Ausschnitte der Zeremonie mit einer Länge von etwas mehr als einer Minute zu sehen. Darunter das Ausrollen eines riesigen, an einen Teppich erinnernden Kunstwerkes, eine Gruppe Kinder, die die chinesische Fahne halten sowie Tausender von Darstellern, die unter blitzendem Laserlicht im auch als Vogelnest bezeichneten Nationalstadion auf Trommeln schlagen.

Tausende von chinesischen Internetnutzern kommentierten den Videoclip ärgerlich und beschuldigten den Fernsehsender fehlender Ethik.

In einem Kommentar hieß es: "Hunderte internationale Medienvertreter kommen nach Beijing, um über die Olympischen Spiele zu berichten. Aber nur der südkoreanische Fernsehsender hat sich so unethisch verhalten."

Einige Internetnutzer schlugen vor, die Übertragungsrechte von SBS aufzuheben. Andere forderten einen Boykott koreanischer Produkte.

Laut einer von der chinesischen Webseite Sina.com durchgeführten Umfrage verurteilten 64 Prozent der Teilnehmer das Verhalten scharf. Mehr als 45 Prozent waren der Ansicht, dass eine derartiger Akt, einen schweren Verstoß gegen die journalistische Ethik darstelle.

Die Eröffnungszeremonie am 8. August war bisher ein streng bewachtes Geheimnis. Nach Angaben der Organisatoren haben mehr als 10.000 Darsteller seit drei Jahren an der 50 Minuten langen Vorführung gearbeitet. Die Regie führt der weltweit bekannte chinesische Regisseur Zhang Yimou. Alle Teilnehmer waren zur Geheimhaltung verpflichtet und bisher hatten auch nur wenige Details über den Inhalt der Vorführung ihren Weg an die Öffentlichkeit gefunden. So ist bekannt, dass im Rahmen der Zeremonie den Opfern des Erdbebens in Südwestchina vom 12. Mai gedacht wird.

Andere Internetnutzer stellten die Sicherheitsvorkehrungen des Nationalstadions vor den Proben in Frage. "Die Qualität der Ausschnitte zeigt, dass sie nicht versteckt aufgenommen wurden. Wie haben sie ihre Kameras in das Stadion geschmuggelt und das Video ohne Störung drehen können?", fragt ein Internetnutzer.

Eine nicht namentlich genannte Person, die an der Probe am 15. Juli teilgenommen hat, erklärte, es habe keine zusätzlichen Kontrollen nach Kameras gegeben. "Es gab vor der Probe keine Warnungen in Bezug auf Videoaufnahmen oder Fotografie." Allerdings hätten Sicherheitsleute nach dem Beginn der Proben angefangen, Personen in der ersten Reihe vom Fotografieren abzuhalten.

Die Proben für die Eröffnungszeremonie wurden am 30. Juli für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seitdem haben rund 70.000 Menschen den Proben beigewohnt. "Wir wurden durch den Sicherheitscheck geschleust und gewarnt, zu fotografieren oder Videos aufzunehmen, bevor die Probe begann", erklärte eine andere ungenannte Quelle. "Aber ich habe dennoch einige Leute gesehen, die mit ihren Mobiltelefonen oder Fotoapparaten fotografiert haben. Die Sicherheitskontrollen waren nicht so streng, wie ich gedacht habe."

Nach Angaben des Beijinger Organisationskomitees für die Olympischen Spiele finden am 2. und am 5. August zwei weitere öffentliche Proben für die Besitzer von Eintrittskarten statt.

Quelle: Xinhua

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