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03. 08. 2009 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

China reicht bei WTO Beschwerde gegen EU ein

Zum ersten Mal versucht China, aktiv im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) einen Handelsstreit mit der EU beizulegen. Das Land hat am letzten Freitag in Genf offizielle Beschwerde eingereicht.

Die EU hatte am Jahresanfang für chinesische Schrauben-Hersteller eine Anti-Dumping-Steuer von bis zu 85 Prozent eingeführt. Das chinesische Handelsministerium meint, die Anti-Dumping-Maßnahmen der EU bei chinesischen Schrauben und Bolzen verletzten Regelungen der WTO. Diese Maßnahmen seien weder objektiv noch transparent und verletzten rechtmäßige Interessen von über 1700 chinesischen Herstellern. Diese Maßnahmen beziehen sich auf ein Handelsvolumen von 600 Millionen Euro.

Seit 1979 hat die EU über 140 Anti-Dumping-Untersuchungen gegen chinesische Produkte gestartet und gehört damit zu den Ländern, die am häufigsten Anti-Dumping-Maßnahmen gegenüber China ergriffen haben. In der globalen Wirtschaftskrise gewinnt Handelsprotektionismus in der EU immer mehr an Bedeutung.

Chinas Beschwerde sei ein wichtiges Signal, meinte Duncan Freeman, ein Forscher an der Brussels Institute of Contemporary China Studies. Das zeige, China sei sehr enttäuscht mit der EU, die häufig Anti-Dumping-Maßnahmen ergreift. Die Europäische Union beschloss erst am vergangenen Montag, Importe von chinesischem Stahldraht für eine Dauer von fünf Jahren mit einem Anti-Dumpingzoll zu belegen.

China versuche nun, mit internationalen Handelsregeln seine Interessen zu schützen. China hätte sich früher in den internationalen Organisationen wie der WTO immer sehr zurückhaltend verhalten, aber hätte inzwischen gelernt, sich dem Welthandelssystem anzupassen. Früher oder später werde China diesen Schritt machen. Freeman meinte aber, wenn China das System benutzen und dessen Entscheidungen respektieren könne, würde das gegenwärtige Handelssystem verstärkt werden.

China hat ein Signal gegeben, aber es ist unklar, wie EU darauf reagieren wird.

 

 

Quelle: China Securities Journal

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